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12. 4. 24  Berlin, Babylon-Kino & Grüner Salon/ Volksbühne

20. 4. 24  Oderberg, Schwarzer Adler

Panels . Aktion . Kollision . Dialog . Filme

 

Limited blindness kuratiert einen Brandenburg-Tag auf dem ACHTUNG BERLIN FILMFESTIVAL und einen Festivalsatellit in Oderberg. Im Zeichen der Prognosen der kommenden Landtagswahlen und einer zunehmenden Stadt-Land-Entfremdung wird in Panels, Puppentheater und Filmen gefragt: Wie wird Brandenburg im Film erzählt? Wie kann das Medium Film dazu beitragen, gegenseitige Verfehlungen aufzudecken, Zukünfte zu projizieren.

12.4. Berlin


Babylon Kino Berlin


15:00
Empfang der Gäste aus Brandenburg


15:15
Film: The Revolution already began (Kollektiv Nachhaltige Kultur; 4 Min., Premiere)   

Film: Wir spielen Rathaus! (Doku, Limited blindness, 44 Min., Premiere)  Info
   

Grüner Salon


16:30
Panel: Dialog auf Augenhöhe? –  
Kultur als Regulator einer Region im Wandel


18:00  
„Auf dem Lande“ Kasper-Theater-Performance

Theater Okno (Heike Rocher, Beata Kana) trifft auf Rixdorfer Puppenbühne (Artur Albrecht, Gabriel Feitel) 

           
18:15
Filmland Brandenburg eine Initiative von MBB und TMB stellt sich in Film & Gespräch vor   

    
18:30
Panel: Der „wilde Osten“ vor den Toren –
Perspektiven und Projektionen auf das Filmland Brandenburg

    

19:40  
Get together & After-Party
 

+++ Schon am 11.4. um 19:45 im Babylon, Kino Spielfilm-Kino-Start:
ÜberLeben in Brandenburg (Zoltan Paul, Ben von Grafenstein. 82 Min.)


 

20.4. Oderberg

 

Oderberg Rathausplatz
 

15:00  
Empfang der Gäste aus Berlin

    
15:30  
Stadtspaziergang / psychogeographische Performance



Oderberg / Schwarzer Adler

    

16:15 
Kurzfilm: Überraschung

Film: Wir spielen Rathaus! (Doku, Limited blindness, 44 Min.)   Info             

           

18:15 

Panel: Wo sehen wir uns? Was erzählt man über uns? – Filmkultur in und über (Nord-Ost-) Brandenburg

    

19:30  

Abendessen / Empfang (mit freundlicher Unterstützung von Filmland Brandenburg)

20:30  

Film: ÜberLeben in Brandenburg (Zoltan Paul, Ben von Grafenstein. 80 Min.)   Info & Trailer

    

21:50  
Nachgespräch Langfilm + Tanz & Fest

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Zeitplan

 

ACHTUNG BRANDENBURGER!   ⇔   ACHTUNG BERLINER!

 

Wie selbstverständlich greift der Berliner Künstler in die Sandkiste Brandenburg und füllt aus dessen Ressourcen seine Förmchen. Mit Witz, Vorurteilen und/ oder Romantik projizieren großstädtische Filmemacher*innen ins Berliner Vorland oder nutzen Brandenburger Landschaften als austauschbare Filmkulissen. Gleichzeitig ziehen immer mehr Kreative raus aufs Berlin-nahe Land, denn der Wohnraum für Künstler*innen wird eng im wichtigen Repräsentationsstandort Berlin.
 

Die Polaritäten nehmen zu in der Peripherie. Kollisionen könnten neue Kulturformen in Gang setzten: Synthesen aus urbaner und ländlicher Lebenspraxis, nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsmodelle, die sich an den gegenseitigen Erfahrungen bereichern. Doch dass (nicht immer unberechtigte) Skepsis vor Kreativität und Wandlungswille auch in Feindseligkeit umschlagen kann, verraten nicht zuletzt die Prognosen für die Kommunalwahlen im Juni und die Landtagswahlen im September 2024 in Brandenburg. Die vorhergesagt stärkste Partei möchte Kunstfreiheit einschränken, Kultur an einen segregierenden Heimatgedanken koppeln.


Zeit, dass Brandenburg zum Thema wird! Genau hier treten akut gesamtgesellschaftliche Widersprüche und Ungerechtigkeiten offener zu Tage. Achtung Brandenburg möchte den scharfen (Realitäten ein- und ausblendenden) Blick von Filmemacher*innen in fruchtbaren Dialog mit kulturell-politischen Akteur*innen, Pionier*innen und Widerstreiter*innen, führen, die im und über das Spannungsfeld Berlin-Brandenburg arbeiten.

Wie kann das Medium Film dazu beitragen, gegenseitige Verfehlungen aufzudecken, verhärtete Positionen auszuspielen, sich zuzuhören/ zuzuschauen, gemeinsam zu Lachen, charakterliche Schätze aus Landschaft und ihren Bewohner*innen herauszukitzeln, Zukünfte zu projizieren?

Grundgedanke

 

Panel I  

 

Dialog auf Augenhöhe?
Kultur als Regulator einer Region im Wandel

mit u.a. Aljoscha Stadelmann, Franziska Pierwoss, Kenneth Anders, Ines Burdow, Marc Weiser

 

Der Film „Wir spielen Rathaus!“ dokumentiert den Einbruch einer transdisziplinären Kunstaktion in den Stadtalltag von Oderberg. Er zeigt die anfängliche Skepsis der Anwohner gegenüber Kunst und an Veränderungsprozessen, ihre Zweifel an Zukunft allgemein. Die Rathaus-Spiele loteten über vier Wochen diverseste Formen der kulturellen Kommunikation aus. Von Avantgarde-Performances bis zur Dorf-Disco, vom Puppentheater über Regionalpolitik bis zu öffentlichen „Bürgerversammlungen“ als Saufgelage in Szene gesetzt. Am Ende entstanden Dialoge, gemeinschaftliche Erfahrungen, Zukunftsideen und Freundschaften. Doch natürlich blieb auch Skepsis. Mit der Stadtflucht unter Corona beschleunigte sich die Veränderung der Bevölkerungsstruktur der berlin-nahen Orte in Brandenburg vehement. Obwohl z.B. in Oderberg auf den ersten Blick vieles zu verfallen droht, ist eine bezahlbare Wohnung nicht einfach zu finden. Das Gespräch nimmt die Vorführung von „Wir spielen Rathaus!“ als Blaupause für generelle Fragen: Wann ist Kultur, die überregional Presse und Besucher anlockt, Beschleuniger der ländlichen Gentrifizierung? Wie schafft sie im Gegenzug eine Öffentlichkeit für Fehlentwicklungen? Mit welchen Formen erzeugt sie neue Begegnungsräume zwischen Stadt und Land, entgegen den zunehmenden Abschottungen gegenüber „den Anderen“? Kann Kunst, kann der Film insbesondere, die Veränderungsprozesse als steuerbar aufweisen, indem sie gespiegelt, entlarvt oder als politisch mitgestaltbar aufgezeigt werden? Welche neuen Formen von Filmfestivals, partizipativen Kulturprojekten, multi-disziplinären Performances sind zukunftsweisend? Und: muss man nicht das Neue, das Progressive der Kunst, heute in der Provinz suchen? KENNETH ANDERS Festivalleiter Provinziale – Filmfest Eberswalde und Programmleiter Oderbruch Museum Altranft. INES BURDOW Theater-, Filmschauspielerin und Regisseurin, u.a. Berliner Ensemble oder Volksbühne Berlin, Gründerin Die Andere Welt Bühne in ihrer Geburtsstadt Strausberg, zuletzt Auftritte gemeinsam mit Wolfgang Kohlhaase im von ihr entwickelten szenischen Programm „Kohlhaase, Erfindung einer Sprache“. MARC WEISER Musikkurator im transdisziplinären Bereich: Gründer CTM-Festival und des Festivals für psychogeographische Klangexkursionen Uckermark. Langjährige Musikkuration des Roten Salons. Künstlerische Co-Leitung und Ideengeber der Rathaus-Spiele Oderberg. CHRISTOPH MUTH Stadtplaner Uni Cottbus, erforscht und entwickelt wirkungsorientierte Beteiligungsprozesse in ländlichen Räumen. Zusammen mit Akteuren von nah und fern beleuchtet er in dialogischen Formaten die lokalen Handlungsspielräume der Gemeinden als Basis für die Gestaltung lebenswerter Zukünfte im Kulturraum Dorf.

 

Panel II  

 

Der „wilde Osten“ vor den Toren –

Perspektiven und Projektionen auf das Filmland Brandenburg

mit u.a. Daria Moheb Zandi (rbb), Maren-Kea Freese, Ben von Grafenstein, Heiko Michels
 

Brandenburgs Landschaft bietet seit den 90ern für Filmemacher*innen im wiedervereinigten Berlin eine weite Filmkulisse, stets auch ein Kontrapunkt zu quirligen Hauptstadtbildern: scheinbar unendliche Wälder, unbestellte weite Flurstücke, Industriebrachen, entsiedelte Städte. Der schnelle Sprung von der Metropole zur wenig determinierten Natur ist wohl ein Alleinstellungsmerkmal – siehe dazu auch den Festival Trailer Achtung Berlin 2019. Inwieweit wurde Brandenburg zu einem beliebigen Spielplatz der Berliner Filmemacher? Inwieweit wird Landschaft, Geschichte in ihrer Eigenart konkret zum Filmthema? Ist über die letzten 30 Jahre eine Veränderung im Umgang zu beobachten, ein wachsender Respekt? Werden Brandenburgs Menschen im „Brandenburg-Film“ gern mit Klischees überzeichnet? Moritz von Uslars „Deutschboden“ wurde Arroganz vorgeworfen, in Schlingensiefs „Terror 2000“ waren sowieso alle Brandenburger Nazis, in der ARD-Serie „Oderbruch“ (absurderweise in Sachsen gedreht) sind sie alle Blutsauger und haben Berge von Leichen im Keller, und der Brandenburger Polizeiruf gilt allgemein als der depressivste der Sonntag-Abend-Krimis. Gleichzeitig finden Regisseure wie Andreas Dresen oder Christian Petzoldt genau in der differenzierten Spiegelung Brandenburger Charaktere eine eigenwillige Filmsprache. Über welche Klischees können Brandenburger noch lachen, wo hört es auf? Wann entstehen Projektionen auf „das Andere vor den Toren Berlins“, welche die Lebensrealität der Menschen überblendet? Und welche neuen Ansätze sind unter den akuten Stadt-Land-Veränderungen und den derzeitigen parteipolitischen Achsenverschiebungen denkbar? DARIA MOHEB ZANDI RBB-Redakteurin, u.a. verantwortlich für den Brandenburger Polizeiruf. BEN VON GRAFENSTEIN Regisseur – nach Übernahme von Zoltan Paul† - bei „ÜberLeben in Brandenburg“ mit Kinostart am 11.4.2024. Zahlreiche weitere preisgekrönte Filme wie „Kasimir und Caroline“ 2011 oder „Die Ungewollten“ 2019. Der gebürtige Würzburger wohnt in Berlin und Brandenburg. MAREN-KEA FREESE Filmregisseurin und Drehbuchautorin. Ihr aktueller Spielfilm nach 10-jähriger Vor-Ort-Recherche „Die Abenteuer der Lausitzerin Wilma“ mit Fritzi Haberlandt und Thomas Gerber in den Hauptrollen spiegelt die Auswirkungen des örtlichen Strukturwandels. Premiere 2025). HEIKO MICHELS Theaterregisseur, Kurator und kulturwissenschaftlicher Autor. Gründer Limited blindness. Zwei Recherchestipendien des Bundes widmete er der performativen Sprengkraft landschaftlicher Differenz in Brandenburg. Gründer des Festivals „Brandenbourg, mon amour!“ in Klandorf. Ein Vertreter von FILMLAND BRANDENBURG, einer Initiative des Medienboard Berlin-Brandenburg und des Tourismus-Marketing Brandenburg.

 

Panel III  

 

Wo sehen wir uns? Was erzählt man über uns? –

Filmkultur in und über (Nord-Ost-) Brandenburg

mit u.a. Silke Röder, Sebastian Brose, Ben von Grafenstein, Christiane Krone-Raab

 

In Oderbergs einzigem Café war noch bis 1966 ein Lichtspielhaus beheimatet, heut gibt es im weiten Umkreis kein Kino mehr. Das Kinosterben in Brandenburg spätestens ab der Jahrtausendwende (30 Kinos schlossen allein zwischen 2000 und 2005) ging einher mit dem Ausbau diverser Home-Streaming-Angebote und der Ausdünnung öffentlicher Sphären allgemein. Man glotze allein oder im kleinen Kreis. Dem hingegen entstehen heute, mit neuen technischen Möglichkeiten und alternativen Verleihmethoden, neue Formate für ein gemeinsames lokales Filmerlebnis: Das mobile Kino Uckermark (MKC) projiziert auf Plätzen, in Klosterruinen, an Flüssen oder Kirchen; das Haus Uckermark in Angermünde, ein ehemaliges Kino, öffnet wieder für ein breites Kulturangebot inclusive wöchentlichen Filmscreenings; oder in Oderberg wird im Ratssaal des ehemaligen Rathauses einmal im Monat die „Leinwand Oderberg“ ausgerollt. Zum einen möchte der Talk Akteure und Erfahrungen der Region, im engen Austausch mit dem Publikum, vorstellen - auch mit der Frage: welche Filme werden in diesen speziellen Publikumssituationen im ländlichen Raum ausgewählt und wie werden sie angenommen? Entstehen gerade hier Nischen für neue filmische Erzählweisen jenseits des Mainstreams? Zum anderen die Frage: wo findet man sich selbst, als Anwohner einer ländlichen Region, in der urban geprägten Filmmacherwelt wieder? Wie wird Brandenburg erzählt, werden Flurreformen, Strukturveränderungen gezeigt, wie erscheint „der Brandenburger“ auf der Leinwand? Welchen Überschreibungen von außen enteignen und welche Formate helfen, sich seine Umwelt neu anzueignen? SILKE RÖDER Als Mitglied des Vereins Perspektive Oderberg Initiatorin der „Leinwand Oderberg“ mit monatlicher Kinovorführung im Alten Rathaus. BEN VON GRAFENSTEIN Regisseur – nach Übernahme von Zoltan Paul† - bei „ÜberLeben in Brandenburg“ mit Kinostart am 11.4.2024. Zahlreiche weitere preisgekrönte Filme wie „Kasimir und Caroline“ 2011 oder „Die Ungewollten“ 2019. Der gebürtige Würzburger wohnt in Berlin und Brandenburg. SEBASTIAN BROSE Gründer und künstlerischer Leiter von Achtung Berlin. Das Filmfestival für neues Kino aus Berlin und Brandenburg präsentiert in seinem 20. Jubiläumsjahr eine Woche lang in Berliner Kinos und zwei Brandenburger Gastspielstätten aktuelle Werke von hiesigen Filmschaffenden. CHRISTIANE KRONE-RAAB Leiterin der Berlin Brandenburg Film Commission und Verteterin von FILMLAND BRANDENBURG, einer Initiative des Medienboard Berlin-Brandenburg und des Tourismus-Marketing Brandenburg.

Panels

Visuals: Natur- und Insektenphotographien von Enrico Schefter

Eintritt Berlin (8€ / 7 €) für Kino & Salon
Kartenreservierung

Eintritt Oderberg frei
Über eine freie Spende bei Austritt könnt ihr unsere Arbeit unterstützen. 

Pressekontakt: Heiko Michels | michels@limited-blindness.eu
Pressematerial findet sich hier

Eine Aktion von Limited blindness

in Kooperation mit:

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