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Hügenotten - Willkommen in Brandebourg

Willkommenskultur in Brandenburg – jeder Monolog dieses Stationendramas heißt das Publikum erneut willkommen, als Geflüchtete. In Situationen oszillierend zwischen heute und dem 17. Jahrhundert. Zwischen Pest und Corona. Zwischen Spektakel und politischer Parabel.

„Cher public, liebe Gäste, bienvenue dans la Schorfheide, von weit her, aus der Provence in die Provinz, seid ihr, mehr als Gäste, gekommen, um zu bleiben! Gesund sind Sie? Wir checken kurz durch. Die Epidemie ist nicht lang her, hat gewüstet: kaputte Familien, zerhauene Gehöfte, gefallene Kirchtürme – nehmen Sie sich, was sie brauchen! Brandenburg ist ihrs! Lassen sie sich von der Art der verbleibenden Einheimischen nicht irritieren, die kennen nix Fremdes. Viele sind grob, ein bißchen stupide. Und die letzten Jahre waren Scheisse – viel schlechte Laune. Ignorez ça! Gut, dass Sie jetzt bei uns sind! Haben Sie etwas zu Essen mitgebracht? Man isst hier nur Pökelfleisch. Wir hörten von französischer Küche: Spargel, Burgunder, Soßen. Ach, und haben Sie Vermögen? Wir checken das gleich kurz durch. Bienvenue, die preußischen Beamten erwarten Sie!“

Die dramatische Performance verwandelt Theaterpublikum in Hugenotten, schickt es auf eine Odyssee durch Brandenburger Haltungen – ein Stationendrama im Zeichen des Toleranazedikts von Potsdam (1685) mit Diskurs-, Stimm- und Körperakrobatik.

Videos: Torsten Weigel

Kritik  Fremde Zukunft" - Uwe Rada auf kulturschreiberinnen.de

Natürlich halten historische Analogien auch Fallen bereit. Die größte von ihnen ist vielleicht nicht die, falsch verstanden zu werden, sondern falsch verstanden werden zu wollen. Dann wird die Analogie selbst zum Problem, ist keine Einladung mehr zum Dialog, sondern trägt zur Spaltung bei, ob gewollt oder nicht. Beim Theaterstück „Hügenotten. Willkommen in Brandenbourg“ ist das anders. Wenn es eine Analogie gibt, findet sie im Kopf des Publikums statt. Das macht den von Heiko Michels inszenierten Stoff in gewisser Weise resilient gegen jede Art von Vereinnahmung oder kopfschüttelndes Ablehnen.
Die volle Kritik unter www.kulturschreiberinnen.de

Performende: Ines Burdow, Liz Erber, Marc Weiser, Martin Heesch, Antje Hagendorf, Dörthe Eickelberg  


Text & Regie: Heiko Michels und das Team 

Dauer: 1h45

Premiere war am 29.5.225 im Theatersaal Klandorf zur Eröffnung des Festivals Brandenboug, mon amour. Weitere Aufführungen waren am 8.9.2025 - zum 340. Jahrestag der Unterzeichnung des Edikts von Potsdam - im Brandenburg Museum Potsdam, als Promenade durch den Stadtraum und in der Französischen Kirche Potsdam sowie zu den Rathaus-Spielen Oderberg 2026.
 

Nächste Aufführungen im Rahmen der Berliner Museumsnacht im französischen Dom & Hugenottenmuseum Berlin am 29. August 2026.   

 

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